Hola todos (um mal ein bisschen die spanische Sprache hier reinzubringen)!
Und nochmal ein nachträgliches „Frohes Weihnachten“ an alle!
Ich hoffe, ihr konntet alle schöne und entspannte Weihnachtstage verbringen! Ich hörte von sehr viel Schnee. Da ist man einmal nicht da und schon schneits. Klingt nach einem Racheakt. Aber wenns nur dabei bleibt ist ja in Ordnung.
Achja! Hinter mir liegt ein wunderbarer Advents-/ Weihnachtsurlaub, in dem es einmal so weit südlich ging, wie es überhaupt nur geht wenn man nicht in die Antarktis möchte, und einmal rum und wieder hoch.
Nach der letzten mündlichen Prüfung am Donnerstag, den 10.12. im „Sozialgeographie Lateinamerikas“-Kurs (die leicht chaotisch verlief und aufgrund eines schlechten Tages auch nur befriedigend endete, egal, die Erleichterung, dass dieser blöde Kurs endlich vorbei war wog schwerer), anschließender gebührender Feierei, einem am Samstag aus Kiel in Bs As landenden Dennis (Der blonde Jung aus Wattenbääik, herrlich ihn hier zu haben:)!) und einer anschließenden dem Flo gebührenden Geburtstagsfeierei ging es am Montag in den Urlaub! Sonntag vorher wurde gewütet, gepackt und organisiert, wobei es bei mir so war, dass Sonntagabend versucht wurde, zu organisieren und zu packen, dann gedacht wurde „ach seis drum, dann steh ich eben morgen ganz früh auf“, eben jenes auch getan wurde, trotzdem aber im Chaos endete, und ich schließlich komplett fertig mit einem wirr wie nie gepackten Rucksack und einer gelben Megasports-Plastiktüte als Handgepäck am Regionalflughaden von Bs As stand. Aber glücklich! Die Patagonientour konnte beginnen, die Tour war geplant, alle Tickets geholt. Von Bs As aus ging es am Montag also nach El Calafate, nach Südpatagonien in die Anden, den Luxus gönnten wir uns mal (allerdings sind hier die Flüge kaum teurer als die Busreisen). Danach sollten nur noch Busreisen anstehen, summiert 68 Stunden:D
Leider konnte Flo nicht mitkommen, weil er zum Einen seine Diplomarbeit anfangen wollte und zum Anderen am 24. seine Eltern zu Besuch kommen sollten. Das war echt schade, und der Moment am Flughafen, wo er dann zurückblieb auch leicht komisch..
Nunja, der Flug war sehr gut, gute Ausblicke und gut auch der kleine Flughafen in El Calafate, im Nichts gelegen, umgeben nur von seichten Hügeln und Gras und Sträuchern. Dazu richtig schöne frische, kühle Luft, eine Wohltat!
Auf gings nach El Calafate, wo wir ein wirklich schönes Hostel fanden, in dem wir dann eine Nacht blieben. Allerdings schienen wir nicht mehr in Argentinien zu sein, jedenfalls deutete nichts in der Stadt mehr darauf hin. Alles wirkte irgendwie künstlich, wie eine Filmkulisse, es gab kaum Dreck, die Fußgängerwege waren einheitlich und wo waren überhaupt die Gemüseläden und Fleischereien?? Dafür gab es überall schöne Musik, schöne traditionell patagonische Artikel, die so besonders sind, dass man selbstverständlich dann auch ein WENIG raufzahlen muss. Das einzig vertraute waren die mal wieder extrem entspannten Hunde, die irgendwo auf den Wegen oder auf der Straße schliefen. Auf Hunde ist Verlass, gute Tiere. Also wir verstanden, dass es möglichst schnell in die Natur gehen musste, dazu brauchten wir aber noch ein bisschen Campingausrüstung, die wir nicht mehr geschafft hatten in Bs As zu kaufen, die hier nun natürlich etwas teurer war, aber willste machen, nach ner Zeit hatten wir alles zusammen, komplett ausgerüstet. Abends trafen wir Steve, ein asiatischer Kalifornier, der lange Zeit mit uns im Haus gewohnt hat und der mit seinem Vater genau wie wir auch die Camping-/Wandertour machen wollte, kurz bevor es für ihn wieder in die Heimat ging.
Also, gesagt, getan, am Dienstag ging es los. Konnten zum Glück ein paar Sachen im Hostel lassen, sodass die Rucksäcke trag-und wanderbar wurden. Dann kamen wir auf die wirklich gute Idee, uns ein Auto zu leihen. Hat geklappt! Hahaaaa mein 12€ teurer internationaler Führerschein kam also doch noch zum Einsatz und so kutschierte Sören den Julian und Dennis in der argentinischen Version eines Golfs über Schotterpisten durch Patagonien:D Überall karge Landschaft, aber im Hintergrund immer die Andensilhouette und sogar eine Lama-Familie begrüßte uns am Straßenrand. Dazwischen immer wieder schöne Greifvögel, nicht zu sagen ADLOR, die Fahrt war also ein Hochgenuss. Zunächst ging es an den Lago Roca, ein Gletschersee in der Nähe des Gletschers Perito Moreno, der bekannteste Argentiniens, der auf seeehr vielen Reiseführern die Titelseite schmückt.
Jaa Lago Roca und ein Campingplatz, der für seine Obergattung zwar ein wenig teuer erscheinen mochte, aber jeden Cent wert war. Neben uns etwas entfernt nur noch ein Pärchen, das ganze in einem Nationalpark, unser Zeltplatz hatte Blick auf Wiese, Kühe, See und Berge, Wahnsinn! Das nach den vielen Wochen Bs As, den täglichen Ladungen Smog und der allgegenwärtigen Geräuschkulisse. Und nun frische Luft, die Duft verströmte, dass einen die Muse küsst und Schallmaien erklingen, dazu Klänge wie Vogelgezwitscher, Gezirpe und ab u zu ein Muuuuuh. Ich war glücklich! Wir genossen den Tag/ Abend auf der so sehr und mit so wenig, anschließend eine zwar kurze, aber sehr gute Nacht.
Kurz, weil es am nächsten Morgen um 6h zum Moreno-Gletscher ging. Wir hatten nämlich von einem Israeli (der auch sagte, dass dies nur Israelis wüssten (diesen Kommentar bitte merken)) in Calafate erfahren, dass der Park 60 Peso (ca. 10 €) kostet, er aber erst um 8h öffnet und man vorher ohne Probleme und ohne zu bezahlen passieren könne. Gesagt getan, um etwa 7:30 passierten wir den Grenz- und Kotrollposten und wenig später erblickten wir auch schon den Gletscher, der schon aus der Ferne blau leuchtete. Also, wenn ein Gletscher den Namen GLETSCHER verdient hat, dann dieser! Gletscheriger kann ich mir beim bessten Willen keinen Gletscher vorstellen (unter Vorbehalt, denn sicher hat jeder seine eigenen Vorstellungen von Gletschern, und da kann es durchaus Differenzen geben). Außer uns gab es am Gletscher selber ein paar wenige Argentinier und eine große israelische Reisegruppe, mit der unser Ratgeber allerings nicht in Verbindung stand. Zudem war es eine beinah auschließlich weibliche Gruppe, sodass es nicht nur den Gletscher zu sehen gab. Aber der GLETSCHER! Also gut, an dieser Stelle sagen die Fotos wahrscheinlich am meisten aus. Wir sahen dreimal Eisbrocken ins Wasser stürzen, aber mit so einem Getöse, ja fast schon Gedonner, dass man doch ein wenig erfürchtig wurde. An dieser Stelle wäre sicherlich ein sozialkritischer Klimakommentar angebracht, da ich aber nicht weiß in wie weit dieses ständige Abbröckeln tatsächlich mit der Erwärmung zusammenhängt, lassen wir das ganze mal lieber. Es wurde also ein paar mal aufgejuchzt.
So. Dann wieder nach Calafate, Auto weggebracht, Essen eingekauft, Rucksäcke gepackt und mit dem Bus Richtung Chaltén, von wo aus es zu einer dreitägigen Wandertour durch den „Parque Nacional de los Glaciares“ gehen sollte. Ein Park, wo es außer den Wegen eigtl nichts an Infrastruktur gibt, nicht mal Mülleimer, weswegen man den ganzen Müll auch sammeln und mittragen musste, dazu ausgewiesene Campingstellen, an denen es aber auch nur jeweils ein Dixie-plumpsklo gab, das man wie wir später merkten aber besser nicht benutzen sollte. Also Natur pur, herrlich!! Und da ich ja auch seeehr sehr gerne wander, dazu noch in solch einer Natur, wurden das perfekte Tage! Immer den gesamten Lebensrat im Rucksack, mit Zelt und aller Campingausrüstung, das ist so ein geniales Lebensgefühl. Schon die erste Tour, in Chaltén relativ spät (17h) und bei leicht starkem Wind gestartet, der aber zum Glück weiter oben und im Park drin deutlich nachließ, war absolut genial. Die Natur, durch die wir gingen war so gigantisch und so unglaublich schön, dass ich mehrere Male wirklcih erstarrte oder Glücksanfälle bekam. So eine Landschaft hatte ich vorher noch nicht gesehen. Aber an dieser Stelle auch lieber wieder die Fotos;) ich mag es eigtl überhaupt nicht gerne, wenn man als Reiseerzähler so sehr ins Schwärmen gerät, aber ich glaub mir geschieht es ab u zu und es wird sicher auch noch mehrmals geschehen, also habt Nachsehen.. Nehmt es als Reiseratschlag:)
Leider kamen wir viel zu früh am ersten Campingplatz an, das ist wahrscheinlich auch der Nachteil an solchen eher bekannteren Routen, die dann für jedermann geeigneit und natürlich auch „gut schaffbar“ sein müssen. Andererseits aber auch wieder nicht so schlimm, denn der Campingplatz selber lag so schön an einem Gletscherfluss mit Blick auf den Gipfel vom „Fitz Roy“ dass man sich dort Tage hätte aufhalten können. Hier trafen wir auch wieder Steve und lernten auch seinen taiwanesischen Vater kennen, tranken Mate zusammen, kochten und dann gings auch relativ schnell ins Zeltbett.
Am nächsten Morgen gings früh raus (beim Zelten gewöhnt man sich so oder so schnell daran, nie wirklich länger als 6 stunden zu schlafen, wie mir nach und nach bewusst wurde) und dann das sich schnell etablierende Morgenritual des im Gletscherfluss „badens“. Schon wars nicht mehr so kalt u man selber logischerweise wach. Bevor es zur nächsten Etappe ging, bestiegen wir erstmal einen Teil des Fitz Roy, von dem man, oben angekommen, einen genialen Blick aufs Tal (und den Weg des Vortages) und den Gipfel des Fitz Roy hatten. Und es gab Schnee! Jahaa ein bisschen was hatten wir auch;)
Die zweite Etappe war nicht ganz so spektakulär wie die erste, dafür aber die Lage vom zweiten Campingplatz umso schöner, direkt in der Nähe eines Gletschers uns am Rand eines Gletscherstromes (sagt man Strom? Also ein gewissermaßen reissender Fluss). Umso mehr geniessen konnte man den Mate und die bald zubereitete Nudelmasse (kurzzeitige Panik gabs, als unser Gas gemäß den Angaben des Verkäufers viel zu früh, ausging und unsere gesamte Nahrungskalkulation über den Haufen warf. Aus diesem Dilemma half uns aber zum Glück ein hilfreiches schweizer Kletterehepaar). Am nächsten Morgen versuchte ich mit Steve und seinem Vater um 5h morgens am Gletscher den Sonnenaufgang zu sehen, angeblich sollten die Gipfel des Cerro Torre (Berg daneben) rot leuchten. Leider waren diese aber total verhangen, so dass man sie nicht mal ansatzweise erkannte. Dafür schneite es aber direkt neben dem Gletscher, während die aufgehende Sonne etwas weiter entfernt das ganze Tal ausstrahlte und sich an dieser Konstellation auch die nächsten Stunden nichts änderte.
Die dritte und letzte Tour wurde komischerweise zu einer leichten Qual und einem Durchhaltenmüssen. Vllt lags an der morgendlichen Tour oder an der psychischen „jetztnurnochnankommen“ Einstellung, jedenfalls kamen wir alle komplett müde, dreckig und verschwitzt und Chalten an, wo mal wieder (und nur dort) ein kräftigster Sturmwind wehte (wie kann man dort nur wohnen wollen.. bescheuert^^), aber dieser Tee, den ich in einem unverschämt teuren Internetcafe zu mir nahm war sooo gut und wir schafften es sogar noch, unsere Kleindung zu waschen und zu duschen, wunderbar! Glücklich und zufrieden ging es abends mit dem Bus wieder nach Calafate und dort gab es ein herrliches Steak-/Broccoliessen, was traurigerweise gleichzeitig das Abschiedsessen von Steve war.
Von dort ging es dann direkt zum Busterminal, wo unser Bus um 4h Richtung Feuerland startete!
Dennis ist da! Selbstverständlich folgt sogleich eine Mate-Einweisung;)
Geburtstagsfeierei!
glücklich mit vollständger Globo (Huracán) - Ausrüstung:D
und ab in den Süden!
auf dem Weg zum Lago Roca
am nächsten Morgen...
der GLETSCHER
Sooo, endlich gehts los mit der Wandertour
was ein foto!
am nächsten Morgen gehts rauf zum Fitz Roy
angekommen am Campingplatz mit nem reinen Moränengarten
nebenan der verantwortliche Gletscher
ein ADLOR
morgens früh mit zwei Taiwanesen auf dem Weg zum Gletscher
Tierra del Fuego also! Bessergesagt „Tierra del Fuego, Antártida e Islas del Atlántico Sur“, wie die Provinz heißt (Argentinien hat einen kleinen Antarktisteil). Mit dieser Reise hab ich mir wirklich einen langen Traum erfüllt. Allein der Name klingt ja schon irgendwie magisch und weiter südlich geht es ja wirklich nicht. Ziel war zunächst auch die südlichste Stadt der Welt, Ushuaia. Wobei es da wie so oft mal wieder einen chilenisch-argentinischen Konflikt gibt, Chile hat noch einen etwas südlicheren Ort, der allerdings zum Glück der Argentinier nicht als Stadt anerkannt ist ^^ Zur Folge hat dieser und der gesamte Feuerland-verteilungs-Konfikt, dass mit hohen Löhnen und allem erdenklichen versucht wird, Leute anzulocken und die Gegend zu bevölkern. Zum Glück ist das ganze noch nicht ausgeatet und Ushuaia immer noch sehr beschaulich. Nach einer 18stündigen und wegen der 2 Grenzübergänge (um zum argentinischen Feuerlandteil zu kommen muss man über chilenisches Territorium, also aus Argentinien raus, nach Chile rein, aus Chile raus, nach Arg rein, und jedesmal pingeligste Kontrollen und Gestempel, und während der Aufstauungen natürlich auch ewiges Gewarte) etwas nervigen Fahrt (zudem ist der nördliche Teil Feuerlands wegen ständigen kräftigen Winden einfach nur öde..) kamen wir also in dieser Stadt an, die mir auf Anhieb total gefiel. Zwar nicht die schönste, aber so, wie ich mir solch eine auf die Antarktis ausgerichtete Stadt vorgestellt habe. Keine Ahnung ob man sich darunter jetzt was vorstellen kann;) Überall werden Antarktis-Excursionen angeboten, und tatsächlich ist dieser Kontinent auch nur 1000 km weiter südlich von Ushuaia, wenn man bedenkt, dass wir 2000 km von Buenos Aires entfernt waren eigtl nur noch ein Katzensprung:) Die südliche Lage täuscht allerdings ein bisschen, Ushuaia liegt ungefähr auf der Höhe von Kopenhagen. Da die Kontinentalmassen aber allesamt nach Norden verschoben sind, herrscht in Südpatagonien trotzdem ein kälteres Klima. Viel länger hell als in Norddeutschland war es aber logischweise nicht, dafür war aber am Horizont Richtung Süden durchgehend nachts ein helles Leuchten zu sehen, was tatsächlich durch die Antarktis (die Eismassen) hervorgerufen wurde. Das hatte schon was:)
Auf der Suche nach einem Hostel sind wir dann (vieles war voll) lustigerweise in einem jüdischen Hostel gelandet, wo im Grunde nur sehr gläubige Israelis wohnten, der israelische Faden zog sich also weiterhin durch. Im Grunde ziemlich interessant das Ganze, als langjähriger Vögelser hab ich auch noch nie einen Rabbi gesehen;) Allerdings wurden wir auch eher nur geduldet und wenn abends und mogens das ganze Haus voller Israellis war, fühlte man sich doch ein bisschen fremd..
In die Natur!, dachten wir also wieder. Gesagt getan ging es mit nem Schweizer, der auch mit unserem Bus angekommen war, auf den „Camino de la oveja“ (Der Weg des Schafes:) ). Da man man für den Nationalpark 50 Peso hätte zahlen müssen, außerhalb aber die gleiche Natur vorzufinden ist, war dieser Weg ein echt guter Tip von der Hostelfrau gewesen. Gemütlich wanderten wir dann am nächsten Tag los und nach ca. 3 Stunden fanden wir dann auch eine schöne Lichtung mit angrenzendem Gebirgsfluss und keiner Menschenseele. Schöönes wildcampen also:) Allerdings hätte dieser Ort auch irgendwo in den Alpen sein können, und ich wollte mich echt nicht mit solch einer einzigen Feuerlanderfahrung zufrieden geben. Wenn man schonmal da ist… Eigentlich war es nämlich geplant, am nächsten Tag den Weg einfach zurückzuwanden. Also fiel die Entscheidung ziemlich schnell, den gesamten Weg am nächsten Tag zu wanden, Julian konnte ich auch ganz schnell überreden, top!
Nach einem entspannten Abend auf der Lichtung, der aber noch ein bisschen entspannter hätte sein können, wenn es nicht so verdammt kalt gewesen wäre, und einer dementsprechend durchfrorenen Nacht (hatte irgendwann so viele Schichten an, dass ich kaum noch in den Schlafsack passte) gings morgens um halb acht mit Sack und Pack los. 11 Stunden später konnten wir von einem Hügel aus ENDLICH auf Ushuaia gucken, das war ein Gefühl, meine Fresse..Wir waren beide sowas von kaputt und vor allem dreckig und verschlammt, aber glücklich und eins mit allem:)! Dazwischen lagen Fluss- und Sumpfüberquerungen (der Weg war teilweise wegen Stürmen und Regen in den letzten Wochen total zerstört), längeres verzweifeltes Suchen nach dem Weg und Walddurchquerungsmöglichkeiten.. auch über einen Berggipfel mussten wir rüber, auf dem unerwartet aber irgendwie logisch ziemlich dick Schnee lag. Dieser Gipfel zog sich dann auch seeehr in die Länge, da haben wir schon etwas geflucht… Ein komisches Gefühl, wenn man den Weg nicht kennt, vor einem alles weiß ist und das Gehen wegen des Schnees und Gepäcks wirklich schwer fällt..Dazu kommt so ein tiefer Respekt vor dem Berg, vor allem wenn weit und breit wieder mal keine Menschenseele war. Zum Glück waren aber einige Fußstapfen zu erkennen, was psychisch echt unheimlich hilft!! So konnte man sich sicher sein, dass der Boden sicher war und ein Überqueren auf jeden Fall möglich ist;) Die Ausblicke von dem Gipfel haben dann für jede Anstrengung entlohnt!! Wahnsinn! So beeindruckend, dass der Abstieg Nebensache wurde und wir ganz schnell im Tal ankamen, wo dann allerdings wie gesagt kein Weg mehr zu finden war und wir uns irgendwie duch den Sumpf wurschteln mussten. Aus dem Schneesee in meinen Schuhen wurde dann ganz schnell ein Matschsee. So zog sich dieses letzte Tal dann auch viel zu lange hin. Regelmäßige Pferdehaufen gaben uns aber immer wieder Zuversicht. Wenn ein Pferd es schafft, da durchzukommen, dann schaffen wir das auch;)! Und so war es dann auch und der Blick auf Ushuaia eine reine Erlösung:) Das war genau die Feuerland-Erfahrung die ich mir gewünscht hatte, hautnah erlebt! Wie bekömmlich anschließend die Dusche, ein Seelachsfilet und ein kühles Bierchen war:)!
Morgens um vier ging es dann wieder hoch Richtung Norden, eine erquickende 30stündige Busfahrt zur Península Valdéz in Nordpatagonien:D Wir sind aber auch schön bekloppt…So schlimm wars dann aber auch nicht, noch in Feuerland beim Überqueren des Magelankanals konnten wir sogar ein paar Delphine danach immer mal wieder Lamas, gut, ansonsten wars dann doch eher eintönig, dreiviertel der Zeit ging es wirklich nur durch immer gleiches Gestrüpp über eine Strasse die über mehrere Stunden nicht eine einzige Kurve aufzuwiesen schien..
der sich ewig hinziehende etwas unspektakulärere Teil Feuerlands, wir bekamen schon ein wenig Angst
in Ushuaia angekommen
Feuerlandwanderung geht los, jetzt
Mate-runde auf Baumstamm an Fluss
Kochorgie
Sooo, es ist morgens früh und die Wanderung kann beginnen!
Weg ein wenig zerstört
gepose
gepose
jaaa eine Wegmarkierung:D
Ueberquerung geschafft;)
wo war nochmal der weg...?
nur noch eine Huerde..
geschafft!!
Und das wohlverdiente Bier:)
abends in Ushuaia und wieder ein Bierchen
Der Exkursions-hafen
oooh da wird weiteres Fernweh geweckt...
das obligatorische Tourifoto;)
das Antarktisleuchten
morgens geht es weiter, eine neue Busfahrt kann beginnen!
der Magellankanal
wenn man ganz genau hinsieht, dann sieht man einen Delphin:)
Am 23. kamen wir dann in Puerto Madryn an. Ich hatte es mir völlig anders vorgestellt. Da es immer noch zu Patagonien gehört habe ich automatisch mit etwas kühlerem Klima gerechnet, stattdessen kamen wir aber wieder in vollstem Sommer an, etwa 30°C und so trocken, dass das ganze mal komplett an Griechenland erinnerte! Fand ich gut:D Alles wirkte perfekt, schönes Hostel gefunden und der Plan am 24. dann rüber auf die Habinsel zuu fahren, auf der es angeblich viiieeele Tiere, sowas wie Seelöwen, Seeelefanten, Pinguine und mit ganz viel Glück Wale (die Walsaison war leider seit kurzem vorbei), geben sollte. Dann allerdings aß Dennis in einem Café einen anscheinend ziemlich gammeligen Hamburger und läutete Heiligabend mit einem munteren siebenmaligen Kotzen ein! Der ganze Plan schien zu kippen, doch am nächsten Morgen entschied sich der tapfere, bleiche Dennis dafür, den Halbinseltrip durchzuziehen! Eine gute Entscheidung wie sich herausstellte, die gute Luft und unserer Umsorgungen und Medikamentenbesorgungen ließen ihn ziemlich schnell wieder kurieren. Es war trotzdem wahrscheinlich nichr sein schönster Heiligabend, zum Glück konnte er den 1. Weihnachtstag aber schon wieder etwas mehr genießen. Jaaa wir verbrachten Weihnachten also wirklich am Strand bei fast 30°C und stießen mit einem kühlen Bier an:)! Allerdings muss ich sagen, dass ich Weihnachten dieses Jahr nicht wirklich wahrgenommen habe. In Buenos Aires bekam man bis auf gelegentlichen übertrieben kitschigen und blinkenden Weihnachtsschmuck und einem weißen Tannenbaum auf der 9 de Julio, nicht wirklich viel mit. Ein bisschen was an Weihnachtsstimmung kam dann höchstens im winterlichen Ushuaia auf, in Valdéz dagegen verschwand es dann wieder komplett aus dem Sinn. Da war es dann auch komisch und schwer vorstellbar beim heiligabendlichen Anruf nach Hause von ganz viel Schnee, einem duftenden Weihnachtsbaum und dem obligatorischen Kartoffelsalat zu hören. Auf dem Campingplatz, wo wir mit vielen vielen argentinischen Familien hausierten, wurde Weihnachten etwas anders gefeiert und zwar, na?, klar, mit Asado! Abends, morgens, mittags und wieder abends… Und wir mittendrin, das war hart…hatten uns leider vorher so mit günstigem Essen eingeeckt dass wir nicht mehr spontan auf eben solches umstellen konnten. Naja, es roch ja immerhin gut^^ Heiligabend um 24Uhr gab es dann erst eine laute Sirene und dann wurde Feuerwerk abgeschossen. Besinnliche Weihnacht:D Übrigens ist es herrlich, mit argentinischen Familien zu campen! Die kommen an mit ihrer Kolonne und dann wird erstmal aufgebaut! Das heißt, Vaddern (meist ein Maradonaverschnitt, klein, breit und mit Lockenkopf) macht sich erstmal obenrum frei (ist ja Urlaub) und seine Asadowampe stolz präsentierend schließlich ans Werkeln, Zelte, Tisch, Stühle, oft ein Pavillon. Und dann (häufig nach einem Strandfußballkick mit den Kindern) wird der Grill angeschmissen. Selbstverständlich läuft dazu schönste argentinische Musik, aber kein Tango, sondern immergleichrythmisierter Cumbia oder Reggaeton. Da muss man dann als Nachbarcamper eben die folgenden Tage durch, und selbstverständlich integriert man sich sehr gern;)
Ja, das waren man komplett andere Weihnachten. Einerseits komisch, man vermisst dann logischerweise auch doch sehr das familiäre Feiertagszusammensein und die gemütlich Atmosphäre. Andereseits wollte ich aber schon immer mal so Weihachten am Strand verbringen und ein Weihnachtsstrandfoto machen und die argentinische Art und Weise einmal kennenzulernen, ist auch was schönes.
Tiere gabs übrigens nicht… Nur ein paar Möwen. Toll:D Um Pinguine zu sehen hätte man auf die völlig andere Inselseite fahren und da dort keine Busse hinfahren ein Taxi benutzen müssen, was ca. 100€ gekostet hätte. Und es hätte nicht mal eine Garantie gegeben. Es tat dann sehr weh, zu hören, dass an diesem Punkt in der Saison sogar Orcas zu sehen wären, wenn man Glück hat sogar in dem Moment, wo sie auf dn Strand hechten um ein Pinguin zu fangen..! Oje.. Würde ich sowas sehen, ich glaub dann hätte ich alles gesehen und würde mich in den vorzeitigen Ruhestand begeben. Das wäre ja so unfassbar, also nee, unvorstellbar, muss da unbedingt hin nochmal!! Gut, dieses mal also keine Tiere. Schade, hatte mich sehr auf so einen kleinen Pinguin eingestellt.. Aber kein Grund sich zu beschweren:)
Mit dieser letzten Station ging ein total schöner und erlebnisreicher Urlaub zu Ende. Die Stadt ging mir dann auch zunächst etwas ans Gemüt. Nach so viel Natur..:)
unsere zwei Zelte u der Versuch des Schattenergatterns
ein Geldautomat!
ein Cabrio!
ui, es ist Heiligabend:)
daher gibt es auch eine kleine Bescherung fuer den grossen Dennis
und dann ein bisschen Besinnlichkeit
es ist Weihnachten!
abends auf dem Felsen
Und auch hier geht die Sonne unter ;)
So Respekt wer bis hierhin gekommen ist;)
Für uns gehts nun nach Uruguay, euch allein einen richtig guten Jahreswechsel und ein gutes Hineinkommen!!