Donnerstag, 19. November 2009

Herzliche Grüße mal wieder aus Buenos Aires! Nun länger nix von mir hören lassen dafür kommt nun aber ein Bericht, meine Güte, der hats in sich. Aber so oft wird es auch nicht mehr diese Grüße geben, ja denn die Zeit neigt sich hier beträchtlich dem Ende zu... Zumindest hier in Buenos Aires, danach geht’s dann ja wahrscheinlich in andere Gefilde, wobei ich da immer noch nichts weiß. Das schonmal dazu. Ha, Planung ist nicht so meine Stärke, andererseits ist auf dieses Völkchen hier absolut nicht Verlass, emails werden konstant ignoriert. Nunja, im Zweifelsfall streif ich durch die Lande, helfe wo Hilfe benötigt wird und mache dann quasi meine eigene Organisation auf. So Schluss mit diesem Mist. Also Zeit geht schnell rum..so vieles noch nicht gemacht, was man hier machen könnte und so vieles würde ich so gern noch machen. Wahrscheinlich gibt’s dann am Ende noch ein paar zwangsobligatorische Kulturaktionen. Aber ist ja auch alles kein Wunschkonzert. Konzert, Überleitung, davon gabs viele in letzter Zeit! So zum Beispiel war ich auf einem der größten argentinischen Festivals, Pepsi Music (super name), da gabs viel Rock Nacional (so heißt hier der einheimische Rock, jaa die Argentinier dürfen das noch sagen) und ein bisschen was internationales. Ging über zwei Wochenenden, wir waren aber nur einen Tag da (es wird dort auch nicht übernachtet, Bier darf auch nicht verkauft werden, also eigtl kein Festival im klassischen Sinne). Eigentlich hatten wir Tickets für zwei Tage gekauft, ein Tag hats aber so sehr gestürmt, geregnet und gewittert, dass die ganze Sache leider ausfiel. Aber der Tag, an dem wir da waren, war sicher auch einer der Besten. Es gab ziemlich gute argentinische Bands, und seeehr gute internationale, z.B. The Locos (mit einigen Ska-P Musikern, u.a. der Sänger), Faith no More (unheimlich gut, Wahnsinnsstimme und überhaupt nicht einzuordnen, vorher nie wirklich gehört..) und hahaa die Toten Hosen. Die sind hier (und das ist glaub ich das einzige Land neben Deutschland) total bekannt und die Leute sind verrückt nach ihnen:D War extrem witzig die mal hier zu sehen, und die Leute haben alle auf Deutsch mitgesungen, herrlich! Und es war ein echt gutes Konzert, bei dem Alter Respekt;) In den Tagen darauf gab es dann ein kräftiges Rumoren und schließlich die Nachricht auf ihrer argentinischen Seite, sie würden ein Gratiskonzert in Buenos Aires geben. Und drei Tage später sahen wir sie dann tatsächlich nochmal mitten in der Stadt auf einem Balkon:D Die Leute sind so dermaßen abgegangen und wir mittendrin, sowas hab ich echt noch nicht erlebt! Campino ist von einem Balkon auf den anderen geklettert, hat stage diving gemacht (schön vom Balkon auf diese verrückte Masse runtergeworfen) und wir sind nur so durch die Menge geflogen.. Es ging nur etwas mehr als eine Stunde, aber die war wahnsinnig und ich danach frisch geduscht:)
Hier mal ein youtube-video dazu: http://www.youtube.com/watch?v=tnJyhc8HCIs

Neben kleineren Konzerten, die es hier - juchei - en masse gibt, haben wir noch „Viejas Locas“ gesehen, eine der größten argentinischen Rockbands, die aber schon zehn Jahre nicht mehr zusammen gespielt haben, also eine Reunion quasi. Das ganze fand im Stadion statt, wir hatten nur noch Tribünenplätze bekommen und waren in dem Moment auch ganz froh drum, denn Argentinier können so krank sein! Das gesamte Spielfeld war rappelvoll mit verrückten Argentiniern, die schon vor dem Konzert einen riesen Radau machten und es war super das Ganze von oben entspannt beobachten zu können. Das Konzert selber war ziemlich schlecht. Ging super los, mit Feuerwerk und allem, aber dann kam irgendwie nichts. Ab und zu Lieder angespielt, selten gesungen, dann gabs auch noch nen Tonausfall, weil ein Feuerwerkskörper falsch losgegangen ist.. Wir wurden allerdings auch vorgewarnt, eine ziemlich verdrogte Band, wewegen früher öfters auch Konzerte ausgefallen sind oder in einem Fauxpas endeten. Weiß man ja was die zehn Jahre gemacht haben, und der Sänger sah wirklich unheimlich fertig aus und kriegte kaum was auf die Reihe. Trotz allem aber mal ein witziges Erlebnis:)!

Soo was gabs noch.. Ein Fahrradmarsch (darf man das sagen?) am Weltklimatag, irgendein Samstag in letzter Zeit. Er wurde von einer Amifreundin von uns organisiert und im Nachhinein hab ich da wirklich Respekt vor.. War super, wir sind durch das gesamte Zentrum gefahren, teilweise waren ganze Straßen gesperrt oder wir kamen auf den Avenidas drei Spuren oder sowas, teilweise blockierten wir auch alles mit unseren Rädern:) Ein Hochgefühl! Zu der Zeit besuchte uns Flos Cousine aus Frankreich, die hier drei Wochen Urlaub machte. Mit ihr fuhren wir z.B. auch einmal nach Tigre, damit man die Fotos auch versteht..

Aja ein paar Fußballspiele im Stadion gabs, ein paar Ligaspiele und das Qualispiel gegen Peru. Das war genial, wir sahen Maradona am Seitenrand Hände auf dem Rücken stehen und sich nicht bewegen, sahen Messi herumjonglieren und natürlich den Höhepunkt, das Tor vom Weltspieler Palermo! Ca. zehn Minuten vor Ende gab es dann einen Wasserfall, so viel Regen, dass man sich frug, wo das denn eigentlich alles herkomme. Wir und das spielfeld waren ziemlich schnell klitschnass, weswegen man dann auch nur noch singen und springen konnte. Jaa die singen hier! Sie grölen nicht nur! Es ist wirklich sehr anders, eigentlich wie man es sich vorstellt. Muss an Beschreibung reichen:) Fußball ist hier auch noch ein bisschen mehr, also das Leben, was dann ja im Grunde alles wäre. Aber HA ich sach LASSE! SOLLNSE DOCH!

Seid November studieren wir sehr hart. Ja, es gibt viel zu tun. Sehr viele Texte, aber auch praktisches, jawohl! Sozialindikatoren haben wir erstellt! Es ist schade, denn draußen wird’s immer schöner, es ist warm und wird immer wärmer und die Sonne scheint eigentlich unaufhörlich. Da fällt es schwer, im Zimmer zu sitzen und Texte auf dem Computer zu lesen (ja es gibt sie nur online, wär ja noch schöner wenn man sie auf einem Zettel hätte und in einen PARK gehen könnte). Ob des ganzen Stresses legten Flo und ich einen Landurlaub in Chovet ein, bei der Familie wo wir ja schonmal im August waren. Das war mal wieder super, auch wenn ich am Anfang fast ein bisschen verloren in der ganzen ländlichen Ruhe war. Haben wieder zweimal feinstes Asado gemacht, bin mit nem Landrover auf Feldern und Feldwegen rumgeheizt und wir sind zweimal zu einer Lagune ganz in der Nähe gefahren. Daniel hat ein kleines Boot mir einem prächtigen Motor, was insgesamt eine hervorragende Mischung ergibt. Man kann also relativ schnell fahren und das mit zwei Kindern drin. Der ältere wohlgemerkt hat dann auch öfters mal etwas herumgeflennt, teilweise wirklich nervig und überflüssig, aber der Kleine war extrem cool, saß teilweise mit mir vorne, eine Hand am Boot, die andere an meiner Hand und hat selbst bei starkem Wellengang die ganze Zeit gegrinst. Ein tolles Kind, hab mich diesmal direkt mit ihm angefreundet und er hat mich dann auch schließlich ganz schön in Besitz genommen:) Also so ein Ding würd ich später auch mal haben wollen, doch doch. AHJA zweimal fuhren wir auf See und das zweite mal probierten Flo und ich uns in Wasserski! Wohlgemerkt mit schönen 80ger Jahren Holzskiern:D Ja, war mehr oder weniger erfolgreich, Flo hats nach ein paar missglückten Versuchen geschafft wirklich ein paar Sekunden mitzufahren, bei mir gabs am Ende auch immerhin ein kurzzeitiges erheben. Bin ja aber auch noch nie Ski gefahren;) gibt’s auf jeden Fall super Videos von, schade dass ich die hier nicht wirklich reinstellen kann. Ah das beste an diesen Tage war eigentlich der Hund! Der Familie ist eines Tages ein Hund zugelaufen, im August war er noch sehr klein. Ich hab glaub ich noch nie so einen dummen Hund gesehen! Also sowas bescheuertes! Im August war es noch extremer, immer wenn jemand kam (er lebt nur draußen) ist er sowas von ausgetickt, hat überall hingepinkelt und ist um einen herumgewuselt, wollte ständig in Schuhe beißen... Das ganze ist ein bisschen besser geworden, aber er hat immer noch seine Anfälle und es mittlerweile vor allem auf den Kleinen abgesehen, wahrscheinlich weil er ungefähr die gleiche Größe hat und ja auch nur spielen möchte. Beste Freunde die beiden, herrlich! Sehr gerne mag der Hund auch nackte Füße, was ich eines morgens, als ich noch völlig verschlafen vor das Haus wankte, bitter am eigenen Leib erfahren musste. Ich glaube die Fotos können ganz gut seinen Charakter darstellen. Wenn es mir nicht so gut geht, gucke ich mir diese Fotos an und weg sind alle Sorgen:D

Jaaa... es gibt leider nicht so viele geile Fotos, man läuft ja auch nicht ständig mit der Kamera rum. Es ist eigentlich auch nicht wirklich viel außergewöhnliches passiert, habe in letzter Zeit vor allem diese Stadt und das Leben hier genossen und es gefällt wirklich immer besser. Schon traurig der Gedanke, dass das hier bald erstmal vorbei ist. Gut, aber an dem Punkt war ich ja schon;)
In nächster Zeit wird dann weiterhin ordentlich studiert werden, Sonntag werden wir wahrscheinlich mal zu Boca ins Stadion gehen, das ist quasi nebenan und mal ein Spiel in der „Bombonera“ mitzukriegen ist ja auch irgendwie Pflicht;) ja und in einer Woche spielt Manu Chao und wir werden mittendrin sein:D
Das steht an, es wird berichtet werden!



Asado in Tigre


und ein Bierchen


Auf dem Plaza de Mayo gehts los mit dem "marcha en bici"




















Argentina contra Perú!


es ist eine aufgeblasene Mülltüte




auf dem Pepsi-Music Festival






naja irgendwann lässt so eine Handykamera dann leider nach..


in Chovet, Daniel mit Boot


der Hund!











an der Lagune angekommen


Auf der Insel angekommen


Gruppenfoto


ein paar Flamingos, wie schön!




Wasserski-versuche










er kriegts einfach nicht auf die Reihe..




Viejas Locas und eine Masse von locos...

Freitag, 9. Oktober 2009

Chileeeeee!

Hallo!
Da ich ja in Chile war und nun schon länger wieder zurück in Argentinien bin, gibt es jetzt einen Bericht aus eben jenem Chile. Und wahrscheinlich gibt es ziemlich viele Fotos. Aber das wird sich zeigen.

Nun! An einem Mittwoch im September, genauer gesagt der 23., fuhren Julian und ich, Flo fuhr zu seiner Gastfamilie nach Chovet, wo der kleinste Sohn Geburtstag hatte, in einem Cata-International Bus los. 32 Stunden später kamen wir in dem kleinen Andendorf Pisco Elqui an. Der Hauptgrund war Thomas, ein Freund und Mitbewohner aus Kiel, der dort ein Praktikum gemacht hat und dazu auch noch den Sonntag drauf Geburtstag hatte. Dazwischen lag eben jene Busfahrt wo es pünktlich zum Sonnenaufgang über den Andenpass ging, vorbei wieder an unserem Andenhostel von Uspallata, und durch ganz viele Berge, weswegen ich nun mindestens 300 Berge-Fotos hab. Zwischendurch irgendwo weit oben war dann die Grenze der beiden Länder, wo es dann völlig verstrahlt aus dem Bus und zu irgendwelchen Pass- und Gepäckkontrollen ging. Danach weiter und langsam wieder runter, ins deutlich grünere und kakteenlastige Chile-Anden Abteil. Angekommen in Santiago gings direkt im nächsten Bus weiter nach La Serena und von dort aus dann wieder rauf in die Berge nach Pisco Elqui, wo uns ein völlig überdrehter und bereits mit unseren Rucksäcken bepackter Thomas mit offenen Armen empfing. Diese Überdrehtheit und Wiedersehensfreude ebenfalls empfangen, gings zu seinem Haus, was er von einer Bekannten, die zZ in Deutschland ist, für die Praktikumszeit bekommen hat. Ein richtig schönes kleines Haus mit Garten und Rundumblick auf die Berge. Pisco Elqui ist ein extrem ruhiges Andendorf, wie man es sich vorstellt. Bekannt ist es v.a. durch den dort (direkt neben dem Haus) gebrauten Pisco Noble geworden, ein relativ hochprozentiger Likör, der ziemlich gut ist. Außerdem wird dem Ort und dem gesamten Valle Elqui eine gewisse Magie nachgesagt, ob wir sie in der Zeit gefunden haben, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall haben wir ne wirklich gute und witzige Zeit gehabt, Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf die Berge, seehr gute Suppen, Ausflug am Samstag an den „Rio Mágico“ inkl. Grillen unter natureller Beihilfe und Lagerfeuer und schließlich ausgiebige Geburtstagsfeierei. Am Freitag gings außerdem mit zu Thomas Praktikumsstelle, wo wir mit völlig überdrehten Kindern so ziemlich die gesamte Zeit Fußball gespielt haben. Spontan entschlossen wir uns dann noch einen Tag (den Montag) länger zu bleiben, um die Entspannung nachzuholen, die im Kontext der Geburtstagsfeiern ein bisschen verloren gegangen war.

Da es in der Woche ein bisschen Uniausfall gab, konnten wir anschließend noch weiter nach Valparaíso fahren. Eine Stadt, über die wir schon einiges Gutes gehört hatten und die ich eigentlich schon immer mal sehen wollte, irgendwie ist sie ja auch ein Begriff und der Name ziemlich vielversprechend. Und wir wurden nicht enttäuscht! Würde diese Stadt auf jeden Fall zu den schönsten zählen, die ich bislang gesehen hab. In einer Bucht am total blauen und eiskalten Pazifik und gleichzeitig auf Hügeln gelegen, die mit vielen kleinen, alten und bunten Häusern bestückt sind. Generell gibt es fast nur alte Gebäude, alles ist gut erhalten, die Stadt ist unglaublich sauber, geplant und organisiert (was am Anfang wirklich ziemlich beeindruckend wart) und voller Studenten. Vor allem hab ichs genossen, an einem richtigen Meer zu sein, mit einem Hafen, wo abends viele Studenten hinziehen, Musik machen, feiern usw. Generell eine geniale Atmosphäre in der Stadt! Den ersten Tag sind wir mit zwei Engländern aus unserem Hostel durch die Stadt gezogen, haben u.a. ne private Hafenrundfahrt gemacht (die Stadt hat den größten Containerhafen, in dem ein Containerschiff stand, dass ich schon ziemlich häufig im Hamburger Hafen und jetzt eben in seinem Zielhafen gesehen hab, ziemlich gut!) und abends in nem Restaurant mit Blick auf die gesamte Bucht Fisch gegessen. Den zweiten Tag fuhr Julian nach Santiago, um seinen Cousin, der dort wohnt und den er seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte, zu besuchen. Ich blieb in Valparaíso und konnte nochmal die Stadt (die übrigens extrem ruhig ist, am lautesten hört man den Containerhafen) genießen, entspannt rumlaufen, am Strand und Hafen sitzen, etc. Abends, Julian zurück, gings mit ner Kellnerin aus dem Fisch-Bucht-Restaurant und nem Freund ihrerseits nochmal ins valparisanische Nachtleben, die Stadt hat eine ziemlich gute Kneipenszene!
Da es mal wieder etwas länger wurde, gings Freitag morgens früh relativ fertig zum Bus, wieder mal ne schöne 26stündige Fahrt inkl. bestimmt zweistündiger Grenzenodyssee (seehr viele Menschen und eine Amifrau, die ihren Pass nicht dabei hatte, relativ blöd da oben irgendwo im Schnee). Nach einer sehr sehr guten Zeit, in dem wir zumindest nen kleinen und ziemlich positiven Eindruck von dem Land bekommen haben (den Vorteil hat das viele Busfahren zumindest, man sieht doch relativ viel vom Land, bzw. der entsprechenden Region), kamen wir dann wieder in Buenos Aires an, wo es uns ein HAUFEN Texte überschwänglich begrüßte und darauf wartete, gelesen zu werden. Denn Dienstag gab es die erste Zwischenklausur, die wir hoffentlich irgendwie bestanden haben sollten..


Irgendwann voller Energie nach einigen Stunden Fahrt


und pünktlich vor den Anden wirds hell































das Haus








Pisco Elqui








Auf dem Weg zum Río Mágico


und da






und der gute Pisco Noble


frrrrische Minze ohooo










und anschließend schööööiiine Geburtstagsfeierei


Einer der Aufzüge, die die Unterstadt mit der Oberstadt (auf den Hügeln) verbindet








und nun die hafenrundfahrt















































Blick vom Restaurant auf die Bucht










Irgendwie über die Grenze kommen