Freitag, 4. September 2009

Anden!!

Endlich sollte es in die richtigen Anden gehen, watn Gedanke!

Julian hatte vorher ein Hostel herausgesucht, das sich in irgendnem kleinen Dorf befinden sollte und etwas naiv hatte ich mit nem Weindorf inkl. Weinbodegas gerechnet. Als wir dann jedoch von Mendoza aus in die Anden fuhren wurde mir sehr schnell klar, dass das nicht sein konnte, denn wir fuhren geradewegs ins Gebirge hinein. So ein Gebirge hatte ich vorher noch nicht gesehen. Kaum Vegetation, aber das Gestein hatte unglaublich viele Farben. Und zwischendurch Seen oder Flüsse, die so blau waren, dass sie schon fast leuchteten (Harte Alpen- oder natürlich HARZverfechter werden jedoch wahrscheinlich ebensolches von ebenjenen heimischen Gebirge ebenfalls behaupten, egal, es sah zumindest völlig anders als gewohnt aus). Zwischendurch immer mal wieder vereinzelt Häuser, in denen vor allem Indigene zu wohnen schienen. Irgendwo im Nirgendwo rief der Busfahrer dann plötzlich den Namen des Hostels. Wir stiegen aus, um uns herum nur Sand, Felsen und Berge und gegenüber das Hostel, sonst nichts. Das hatte sich wohl jeder von uns völlig anders vorgestellt, aber die Umgebung und dieses einsame Hostel sahen wirklich faszinierend aus und wir schienen mittendrin in den Anden zu sein! Nachdem wir unser Gepäck im Hostel abgeladen hatten, machten wir uns (zusammen mit einem Hund aus dem Hostel, der uns die ganze begleitete und den wir aufgrund seiner unheimlich lässigen Art „Bronco“ tauften) ziemlich schnell ins nächstgelegene Dorf Uspallata auf, dass 4-6 km entfernt sein sollte, um uns erstmal mit Lebensmitteln einzudecken. Der Weg erwies sich dann als nicht endend und wir waren ca. 2 std. unterwegs. Immer mal wieder ein paar indigene Behausungen, Hunde oder mal ein Pferd und wir erschienen wie völlige Fremdkörper. Das Dorf hatte dann aber nach einigem Suchen tatsächlich eine Art Zentrum und wir konnten alles bekommen.

Eigentlich hatten wir vorgehabt am nächsten Tag ein paar Hügel und Berge zu erklimmen, aber ein plötzlicher starker Schneefall und Temperaturen um den Nullpunkt zerstörten diese Pläne ein wenig. Also blieben wir die meiste Zeit im (zum Glück sehr gemütlichen) Hostel und pokerten oder sonst was und irgendwie hatte die Situation was. Später am Tag wollte ich dann aber doch nochmal raus und als ich zusammen mit Julian und Flo den am nächsten gelegenen Berg hochstieg, bereuten wir ziemlich schnell, es nicht viel früher gemacht zu haben. Wir waren so von Schnee und Nebel umgeben, dass wir nur noch den Berg sehen konnte, und der wirkte in dieser Stimmung wirklich majestätisch, wie man bei Bergen ja gerne zu sagen pflegt. Es war vollkommen still und die Situation fast schon irreal. Leider drohte es aber schon bald dunkel zu werden, so dass wir dann doch nicht mehr den Gipfel erklimmen konnten. Zurück im Hostel überraschte die Besitzerin uns und die anderen Gäste (alles Argentinier) mit selbstgemachtem Glühwein, extrem lecker und in diesem Moment genau das richtige. War sicher das erste Mal, dass ich im August bei Schneefall und Nullgraden draußen Glühwein getrunken hab:)
Abends machten wir zusammen mit den anderen Gästen mal wieder ein richtig schönes Asado mit ziemlich gutem Wein. War ein klasse Abend, hatten total interessante und witzige Gespräche mit den Argentiniern (z.B. über Politik und die scheint hier wirklich ein Witz zu sein!) und es hat mal wieder so unglaublich gut geschmeckt:D
Den nächsten Tag wollten die Franzosen und Julian eigtl weiter nach Chile, aber wegen des Schneefalls war der Andenpass gesperrt. Also entschieden die Franzosen wieder zurück nach Bs As zu fahren und Julian mit nach Chovet zu kommen. Vorher machten wir aber einen kleinen Zwischenhalt in Maipu, nem Nachbarort von Mendoza und vor allem DEM Weinort (unser Bus fuhr erst abends um halb neun) und besichtigten eine Bodega (Weinkellnerei). Wir erwischten die anscheinend älteste Argentiniens, die Führung war allerdings eher ein Durchschleusen und auch bei der anschließenden Weinprobe blieb kaum Zeit, in Ruhe das Glas auszutrinken. Nichtsdestotrotz war es aber interessant die Kellnerei zu sehen, und der Wein war wirklich gut. Anschließend blieben wir dann noch ein bisschen dort und tranken einen weiteren auf der Terasse neben Weinreben und Olivenbäumen, eine fast schon mediterran wirkende Landschaft, sehr pittoresque!

Mit dem entsprechenden Weingeist im Kopf gings dann zurück zum Terminal und es begann eine weitere dieser eher unangenehmen aber rational gedacht strategisch unheimlich klugen Nachtfahrten (schließlich sparrt man eine Übernachtung im Hostel und hat anschließend noch den gesamten Tag am anderen Ort vor sich) in Richtung Pampa!


Auf der Hinfahrt








angekommen




Mit Bronco unterwegs zum ungewissen Dorf












am nächsten Morgen


vergebliche Suche nach einem Signal




Bronco ließ uns nicht hängen






















Asado!




Am Abfahrts-morgen










Auf Bodegatour in Maipú

















Übrigens, was Kommentare angeht ists ein bisschen komplizierten, da man dafür einen blog besitzen muss. Kontaktaufnahmen müssen also eher auf anderem Wege geschehen;)

Dienstag, 1. September 2009

In der Sierra

Schon die Hinfahrt nach San Marcos war der Wahnsinn, die Landschaft wirklich beeindruckend. Je länger wir fuhren und je einsamer es wurde, desto mehr Hippies stiegen hinzu. Am Ende waren wir dann wirklich nur noch mit Hippies im Bus, herrliche Situation. Und allesamt stiegen wir zusammen in San Marcos aus dem Bus aus. Wir waren in einem idyllischen, ungeteerten Hippiedorf gelandet, die Sonne schien, es war heiß und ich war glücklich! Musste erstmal eine Weile stehen bleiben. Die Tage, die dann folgten, habe ich echt genossen, endlich Natur! Sind ziemlich viel umhergelaufen, mal auf der Suche nach einer Grotte die sich dann als ein Steinhaufen mit diletantischen Felsmalereien entpuppte (aber der Weg ist das Ziel), mal auf der Suche nach einem Berggipfel, der dann tatsächlich ein solcher war, durch die Hügel, usw. Zwischendurch immer mal wieder Begegnungen mit gitarrespielenden, flötenden oder einfach plauderfreudigen Hippies. Auch kulturelle Angebote gab es in reicher Fülle, z.B. das weltweit erste Hippiemuseum, das wir selbstverständlich auch besuchten. Da es etwas weiter abseits vom Ort lag, hatten wir einen längeren Rückweg zu bewältigen, der sich als etwas problematisch erwies, da plötzlich ein gewaltiger Sandsturm das Dorf durchrüttelte und zudem keine einzige Lampe irgendwie den Weg erhellte. Daher musste eine Handylampe herhalten, die jedoch nicht verhinderte, dass auf einmal ein Fahrrad angeschossen kam und mit voller Wucht mit Julian zusammenprallte. Bis auf ein paar Prellungen und einen Lippenriss geschah aber zum Glück nichts Schlimmeres!

Julian und die beiden Franzosen fuhren am Abend des zweiten Tages schon einmal vor nach Mendoza, Flo u ich blieben aber noch einen Tag länger im Dorf und fuhren mit ein paar Argentiniern zu einem etwas entlegeneren Fluss, der wieder einmal in einer beeindruckenden Landschaft lag. Flo und ich nahmen dort alle Risiken und Herausforderungen auf uns und erstiegen trotz dornigem Gestrüpp einen Berg, von dem aus wir eine geniale Sicht auf die Sierra hatten. Eine ganz eigene Schönheit hat diese Landschaft! Auf jeden Fall haben wir beschlossen, an diesen Ort noch einmal zurückzukehren und irgendwo an einem Fluss im Gestrüpp zu campen:)

Einen weiteren Vorteil hatte unser kurzzeitiges Leben auf dem Land. Endlich konnten wir Asado machen! Asado nennt sich Grillen auf argentinisch, das in einem Steingrill geschieht. In einer Ecke bringt man Holzscheite zum brennen und schiebt die entstehende glühende Kohle unter den daneben aufgestellten Grillrost. Allerdings so wenig Kohle, dass das Fleisch ein bis zweit Stunden durchgaren kann und am Ende unheimlich zart ist. Und das Fleisch hier ist der Wahnsinn! Es ist wirklich war, dass das Fleisch von diesen Kühen, die nur auf Weiden stehen, völlig anders schmeckt. Es hat so viel Geschmack, dass man keinerlei Saucen braucht und das Fleisch vor dem Grillen bloß ein bisschen salzt. Also viel viel bessere Qualität und das alles zu einem absolut erschwinglichen Preis! Ein Kilo Rippen bekommt man oft für nicht einmal 3 €, 1 Kilo Filet für 4-5 €, usw. Meine Güte ich gerate ins Schwärmen! Nunja, bei solch einem Asado hat man dann wirklich eine menge Fleisch, ein bisschen Salat, Baguette, Wein und insgesamt ein unheimlich gutes Essen!

Da leider der Zeitplan drängte (zum 24. mussten wir ja irgendwie wieder in Bs As sein), mussten wir dann nach drei Tagen leider wieder diesen Ort verlassen. Nach diesen Tagen voller Sonne, Hitze und Dornen ging es über Mendoza in die verschneiten Anden!


Froh.









Wanderung erster Tag















Diletantische Felsmalereien





Asado!!





Wanderung zweiter Tag


Vom Gipfel rauf aufs Dorf


und am Fluss entlang














Kultur!


Wanderung dritter Tag


Und wieder einmal den Berg erklommen











Beweis